Soll die Kasse weiterlaufen, wenn die Leitung wegbricht?
Kassensysteme teilen sich in zwei Lager. Offline-fähige Systeme legen Bons, Zahlungen und Fiskalereignisse lokal ab, damit der Betrieb nie stoppt. Reine Online-Systeme setzen auf eine schnelle Leitung und gewinnen dafür Einfachheit und günstigere Hardware. Hier stehen beide nebeneinander.
Offline-fähige Kasse
Das Terminal führt eine eigene Datenbank (IndexedDB oder SQLite). Bestellungen, Zahlungen und Z-Berichte liegen lokal und werden still übertragen, sobald die Leitung zurück ist.
- Der Verkauf läuft weiter: Modem tot, Glasfaser gekappt, Sturm auf der Leitung, die Kasse bongt
- Das Fiskalgerät hängt lokal, der Beleg druckt auch bei nicht erreichbarem Server
- Die Konfliktregel steht fest (in der Regel: der Server gewinnt), der Abgleich ist damit vorhersagbar
- Mehrere Tage allein (üblich sind 24 bis 72 Stunden) decken realistische Ausfälle ab
- Entwicklungsaufwand: erheblich. Lokale Ablage, Warteschlange, Übertragung, Konfliktauflösung
Reine Online-Kasse
Das Terminal ist ein schlanker Client am Netz. Jede Bestellung läuft zum Server und zurück; lokal bleibt nichts außer dem Zustand der Oberfläche.
- Kleineres Paket, günstigere Hardware je Terminal
- Einfachere Architektur: keine lokale Ablage, keine Übertragung, keine Konfliktregel
- Neue Funktionen sind sofort überall, eine Serveränderung erreicht jedes Terminal
- Weniger Entwicklungsaufwand beim Anbieter, mehr Budget für sichtbare Funktionen
- Setzt eine zuverlässige Leitung und einen Plan für den Ausfall voraus
Wann was passt
Option A passt, wenn
Offline-fähig zählt, wenn jede Minute Stillstand Umsatz kostet oder eine Schlange erzeugt, die Sie nicht mehr aufholen: Fast Casual zur Mittagsspitze, Festivals, Foodtrucks, jeder Ort mit dünnem Netz. Es zählt ebenso in Ländern, in denen das Fiskalgerät während eines Ausfalls weiter signieren muss. Wer die Leitung verliert, darf nicht die Compliance verlieren.
Option B passt, wenn
Nur online ist die richtige Wahl, wenn die Leitung im Haus zuverlässig ist (Glasfaser plus Mobilfunk als Rückfall), ein kurzer Ausfall betrieblich verkraftbar bleibt, etwa in der gehobenen Gastronomie, wo zehn Minuten auf Papier gehen, und Sie das Budget lieber in Funktionen stecken, die der Gast sieht, als in Ausfallsicherheit.
Häufige Fragen
Wie lange sollte eine offline-fähige Kasse ohne Internet durchhalten?
Die meisten Systeme im Produktivbetrieb zielen auf 24 bis 72 Stunden allein, samt Erfassung, Zahlung, fiskalischer Signatur, wo sie verlangt ist, und Druck. Jenseits von 72 Stunden wächst die lokale Datenbank so weit, dass der spätere Abgleich Sorgfalt braucht. Diese Grenze ist in der Regel richtig gesetzt.
Funktioniert Kartenzahlung im Offline-Betrieb?
Bei Chip-und-PIN-Terminals ja, sie wickeln den Austausch mit dem Kartennetz lokal ab und autorisieren kleine Beträge innerhalb der hinterlegten Grenzen. Bei rein online geführten Verfahren nicht, etwa Sofortüberweisung oder manche Wallets. Üblich ist: Kartenzahlung bis zur lokalen Grenze, die Abrechnung wandert in die Warteschlange.
Was passiert während eines Ausfalls mit dem Küchendisplay?
Läuft das KDS im selben offline-fähigen Verbund wie die Kasse, bleiben die Bons lesbar: sie wurden beim Bongen in den lokalen Puffer geschrieben. Ist das KDS dagegen rein online und nur die Kasse offline-fähig, wird der Schirm mitten im Ausfall dunkel und die Küche fällt auf gedruckte Bons zurück.
Architekturvergleiche
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